In unserem letzten Bericht . . .

. . . vom 25. Oktober 2018 haben wir erzählt, wie fleißig die Kinder die schönen Laternen für Martini gebastelt haben. Hier nun, wie bereits versprochen, die Fortsetzung über die Fertigstellung und die abschließende Funktionsprüfung der Laternen.

Zunächst aber noch einige Worte zu den mit Martini zusammenhängenden Bräuchen innerhalb der unterschiedlichen Konfessionen und Regionen, wobei mache Erklärungen mit Sicherheit aus dem Reich der Mythen stammen.  So die Geschichte um die Martinsgans, die in vielen Haushalten am 11. November auf dem Tisch landet. So soll Martin von Tours, heute als Heiliger St. Martin genannt, sich vor ca. 1600 Jahren aus Bescheidenheit in einem Gänsestall versteckt haben, als er zum Bischof geweiht werden sollte. Nun haben es Gänse aber an sich dass sie bei Eindringlingen laut schnattern und es nicht lange dauerte nicht lange, bis er entdeckt wurde. Seit diesem Tag gilt der Bischof Martin von Tours sogar als Schutzpatron der Gänsezüchter, sein Ehrentag ist der 11. November, der Tag seiner Bestattung. Es gibt noch mehr Legenden, die zwar spannend zu lesen, aber erst sehr viel später entstanden sind.

Wahrscheinlicher ist aber, daß schon schon viel früher das bäuerliche Jahr am 11. November endete, an dem die Bauern ihren Lehnherren die Pacht zahlen mussten, die oft mit Naturalien, wie z.B. Gänsen, beglichen wurde. Auch wechselten an diesem Tag, dem Ende von Saat und Ernte, die Mägde und Knechte ihre Arbeitsstellen und wurden von ihren Arbeitgebern mitunter mit einer Gans zum Abschied beschenkt, die wie auch das andere Vieh, vor dem Winter schlachtreif war und es nicht durch den kargen Winter gefüttert werden mußte. Zudem begann dann auch irgendwann am 12. November die 40-tägige vorweihnachtliche Fastenzeit, in der fettes Essen tabu war. Für ein letztes Festmahl vor der langen Fastenzeit mußten dann in vielen Familien die armen Gänse “am Vortag dran glauben". 

Eine schöne Tradition ist es auch, daß sich Menschen in einigen Regionen Deutschlands um Martini herum mit "Hast Du schon geteilt?" grüßen. Unabhängig vom eigenen Wohlstand fällt vielen schwer, zu teilen und die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter. Damit wird zumindest daran erinnert, daß es in nächster Nähe Mitmenschen gibt, denen es schlechter geht, als einem selbst. Und oft werden diese nach einem langen Arbeitsleben unwürdig an sogenannten Tafeln im Sinne des Wortes "abgespeist".

Wie auch immer, die "Martinsgans" und das Laternelaufen, dessen Herkunft im letzten Bericht erklärt wurde, halten sich immer noch als feste Tradition, auch wenn Herkunft, Form und Anlaß sich im Lauf der Zeit immer wieder “angepaßt" wurden.

Die Arche-Kinder haben ihre Laternen am 08. November 2018 fertiggestellt, mit Linda Lieder einstudiert und die ganze Zeremonie schon mal nach Einbruch der Dunkelheit ausprobiert, wie die stimmungsvollen Bilder zeigen! In Ostfriesland ehren die Kinder mit ihren Laternen den Reformator Martin Luther, der am 10. November geboren und am 11. November, dem Bestattungstag des St. Martin,  getauft und nach diesem benannt wurde. 

Es kann . . .

         . . . gebastelt und . . .                             

. . . gespielt werden!

Der Phantasie sind . . .

. . . keine Grenzen . . .

. . . gestzt!

Alle lauschen . . .

. . . Lindas Gitarrenspiel . . . 

. . . und Kiara läßt sich inspirieren.

And now we proudly present . . .

. . . the Visquard Lantern-Show!

Und zum Abschluß das gemeinsame Essen . . .

. . . am langen Tisch . . .

. . . in unserem Visquarder Gemeindesaal! Auch schon eine liebgewordene Tradition!!